Die Rohstoffkarten werden mit der eigenen Hand verdeckt, um möglichst originalgetreu beim Brettspiel zu bleiben. Ich weiß nicht wirklich, ob ich darüber lachen oder weinen soll. Warum muss alles softwaregesteuert sein? Was spricht gegen das gute alte Brettspiel? _________________ - und die Siegpunkte werden die Euren sein...
Stolzer halber Besitzer des 3D-Siedlerspiels No. 2474!
Verfasst am: Fr 23 Jul, 2010 Titel: Habt Ihr keine Phantasie?
Wozu?! Habt Ihr keine Phantasie?
Man könnte Szenarios erfinden, die mit Karten und Klötzchen gar nicht möglich wären:
- Rohstoffelder, die sich mit der Zeit verändern
- Kämpfe, die direkt ausgetragen werden
- Zufallsgesteuerte Überschwemmungsgebiete
und, und und..
D.h. man hat alle Vorteile eines Computerspiels. Und trotzdem kann man mit mehreren Leuten um einen Tisch herum sitzen, erzählen und trinken. Das ist genau die Kombination von PC- und Brettspiel, die ich mir immer vorgestellt habe!
OK, wenn das Weizenbierglas auf die Platte kracht, ist der Abend vorbei!
Verfasst am: Sa 24 Jul, 2010 Titel: Re: Habt Ihr keine Phantasie?
WolfgangL hat Folgendes geschrieben:
Man könnte Szenarios erfinden, die mit Karten und Klötzchen gar nicht möglich wären: [...]
Genau so sehe ich das auch: Die Kombination von zwei Medien kann Dinge ermöglichen, die in enem Medium allein völlg ausgeschlossen sind.
Catanische Holz-und-Pappe-Traditionalisten seien daran erinnert, dass auch "Die Siedler von Catan" selbst zwei ursprüngich getrennte Spiel-Arten verbindet, nämlich Brett- und Kartenspiel. ("Nicht als erstes Spiel.", wird gleich jemand einwenden, darum die Antwort darauf gleich jetzt: "Das habe ich auch nicht geschrieben.")
Was mag erst alles möglich werden, wenn Brett-, Karten- und PC-Spiel verbunden werden?
Das Abdecken der eigenen Karten mit der Hand ist doch nur eine Aufgabe, die in einem so frühen Entwicklungsstadium einfach noch nicht gelöst ist. Für einen kreativen Kopf ist das nur eine Herausforderung, die auf originelle Weise bewältigt werden kann.
Mit einem lieben Gruß
Gustav _________________ ENCYCLOPÆDIA CATANICA: Die Regeln der Siedler von Catan
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Verfasst am: Sa 24 Jul, 2010 Titel:
Ich gestehe, dass ich daran nicht gedacht habe. Trotzdem hoffe ich, dass die klassischen Spiele nicht allzu schnell verdrängt werden.
Ich hab kürzlich von irgendeinem I-Pad-"Brettspiel" gehört, bei dem die Kartenhand auf dem jeweiligen I-Phone sichtbar ist... (ich glaube, Keltis wars)
Da wird man dann praktisch gezwungen, in den sauren Apfel zu beißen. _________________ - und die Siegpunkte werden die Euren sein...
Stolzer halber Besitzer des 3D-Siedlerspiels No. 2474!
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Verfasst am: Sa 24 Jul, 2010 Titel:
Ich mag saure Äpfel.
Aber wozu sollte ich mir sowohl ein IPad als auch ein IPhone kaufen, wenn ich noch nichtmal Keltis mag? _________________ "Bildung bedeutet nicht einen Eimer zu füllen, sondern ein Feuer zu entfachen."
Trotzdem hoffe ich, dass die klassischen Spiele nicht allzu schnell verdrängt werden.
Ich erwarte nicht, dass die klassischen Spiele überhaupt verdrängt werden.
Kombinationen von "mechanischen" und elektonischen Spielen eröffnen neue Möglichkeiten - aber am Stammtisch mit seinen Freunden Skat zu dreschen macht immer noch Spaß und wird dadurch ja nicht ausgeschlossen.
Bücher sind auch nicht durch Kinos, Fernseher, Videos und DVDs verdrängt worden, und ich erwarte, dass sie auch die neue E-Books und das Wasauchimmer, das ein weiteres Jahrzehnt später für Furore sorgen wird, nicht verdrängt werden.
*
Erst vor ein paar Tagen unterhielt ich mich morgens im Zug mit einem Nachbarn über Bücher und E-Books.
Er hatte sich so ein Ding gekauft, las darin und versuchte zwischendurch immer, mich davon zu überzeugen, mir das auch zuzulegen.
Ich las dieweil "Die galaktische Patrouille" von E.E.Smith, erschienen als Heyne Taschenbuch im Jahr 1970.
"Schau mal," sagte ich schließlich, nachdem ich mir geduldig eine schier endlose Reihe von Argumenten angehört hatte, die mich alle nicht interessierten, "Dieses Buch habe ich mir vor 40 Jahren von meinem Taschengeld gekauft. Heute morgen hatte ich Lust, es nochmal zu lesen. Ich musste nur einmal ins Regal greifen, und schon konnte ich es lesen. Es hat mehrere technische Revolutionen und zwei Rechtschreibreformen hinter sich, und es funktioniert noch wie am ersten Tag. Nach weiteren 40 Jahren - vorausgesetzt, ich überlebe sie - kann ich es zum dritten Mal lesen. Was glaubst du, was du in 40 Jahren mit diesem E-Book noch tun kannst?"
*
Es handelt sich ja bei allen neuen Entwicklungen nur um Angebote, und nichts ist leichter, als ein Angebot nicht anzunehmen, wenn es einem nicht zusagt.
Ein Catan-Spiel auf einem waagerechten Bildschirm zu spielen, mag witzlos erscheinen, wenn es sich von einem Catan-Spiel mit Pappscheiben und Klötzchen eigentlich nicht unterscheidet. Aber wenn kreative Köpfe die Möglichkeiten ausgelotet haben, und es zu etwas weiter entwickelt haben, das man mit Pappscheiben und Klötzchen gar nicht tun kann, dann kann das völlig anders aussehen.
Auf der anderen Seite überleben Pappscheiben und Klötzchen locker mehrere Jahrzehnte, während elektronische Geräte und deren Software kaum ein einziges durchstehen.
Auf jeden Fall schadet es nichts, grundsätzlich neugierig und ungewohnten Ideen gegenüber aufgeschlossen zu bleiben. Das bedeutet noch lange nicht, dass man jedem Trend gleich hinterher rennen müsste.
Mit einem lieben Gruß
Gustav _________________ ENCYCLOPÆDIA CATANICA: Die Regeln der Siedler von Catan
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