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Peter Gustav Bartschat Encyclopaedia Catanica


Anmeldedatum: 06.05.2001 Beiträge: 2891 Wohnort: Augsburg
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Verfasst am: Mi 26 Okt, 2011 Titel: |
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Zeit der Intrigen
Inzwischen lebte die dritte Generation auf Catan, aber die alten Konflikte bestanden fort.
Insbesondere der Konflikt zwischen den Christen und den Asatru - den Anhängern der alten nordischen Götterfamilie der Asen - hatte sich weiter verstärkt. Elasund, die erste Siedlung auf Catan, war inzwischen zur Stadt herangewachsen und fest in der Hand der Anhänger des Christentums.
Sogar ein Bischof residierte hier, dessen Macht allerdings nicht ganz so unumschränkt war, wie er es selbst gern gehabt hätte, denn eine engagierte und resolute Frau von großem Charisma hatte tatsächlich in der Gemeinde das Sagen:
Judith, die Hüterin der Kirche

Als Judith sich entschlossen hatte, in Elasund ihrer Berufung zu folgen, war dort von einer Kirche noch nicht viel zu sehen gewesen. Zwar hatte der Bischof bereits mitten in der Stadt eine Kirchenbaugrube von beachtlichen Ausmaßen ausheben lassen, und regelmäßig ließ er Gold für den Bau eintreiben ... doch von einem tatsächlichen Beginn der Bauarbeiten konnte nicht die Rede sein. Man munkelte hinter vorgehaltener Hand, dass der Bischof die Einkünfte der Kirche lieber zur Finanzierung seines eigenen luxoriösen Lebensunterhalts verwendete. Allerdings wagte niemand so recht, sich diesem einflussreichen Mann entgegen zu stellen.
Niemand, bis auf Judith.
In nur wenigen Monaten brachte sie es zur Schatzmeisterin der Gemeinde, und bald gab es niemanden mehr, der ihrem Geschick, die Naturalien-Spenden der Gläubigen mit Gewinn zu Gold zu machen, seinen Respekt hätte versagen können.
Und so wuchs, langsam aber unaufhaltsam, bald unter Judiths kundiger und strenger Führung tatsächlich ein sakrales Bauwerk in die Höhe, dessen Gerüst man deutlich ansah, dass es eines Tages jedes andere Gebäude in Elasund überragen würde.
Selbst in der Abenddämmerung, wenn auch der fleißigste Arbeiter längst nach Hause gegangen war und die letzten roten Strahlen der catanischen Sonne nur noch die höchsten Gebäudedächer erhellten, konnte man Judith noch auf der Baustelle sehen, wie sie im Licht einer Laterne Bücher studierte.
Sicherlich waren es Lehrbücher der Architektur wie 'Die Säulen der Erde' oder die neuesten theologischen oder naturwissenschaftlichen Sachbücher wie 'Die Erde: Eine Scheibe'. So mochte mancher späte Passant denken, und Judith respektvoll aus der Ferne eine Gruß zunicken, beeindruckt durch ihr nimmermüdes Engagement.
Doch tatsächlich las Judith, wenn sie sich allein wusste, voller Interesse in Werken mit Titeln wie 'Der weiße Sklave der Piratenkönigin' und 'Dreizehn nackte Hexen': Ein Zeichen, das tief in dieser frommen Frau ein Feuer loderte, das selbst die Macht des Glaubens nicht völlig zum Erlöschen bringen konnte. _________________ ENCYCLOPÆDIA CATANICA: Die Regeln der Siedler von Catan |
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Peter Gustav Bartschat Encyclopaedia Catanica


Anmeldedatum: 06.05.2001 Beiträge: 2891 Wohnort: Augsburg
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Verfasst am: So 06 Nov, 2011 Titel: |
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Der Bischof
Elasund ist nicht nur die älteste und größte Stadt Catans sowie seine Handelsmetropole, sie ist auch Sitz des Bischofs von Catan.
Anfangs stand der Bischofssitz noch am Rande des Ortes, so dass der Bischof aus seinem Arbeitsraum stets einen freien Blick auf die sogenannte 'Lange Handelsstraße' hatte: Kein Goldtransport entging seinem aufmerksamen Blick, und stets hatte er eine Liste mit allen geplanten Gold-Transaktionen zur Hand, damit der Kirche der traditionelle Kirchenzehnt von jeder transportierten Unze keinesfalls entging.
Nicht von ungefähr lautete der Wahlspruch, für den er sich bei seiner Aufnahme ins Pontifikat entschieden hatte: "Es gibt kein theologisches Problem, das nicht durch Zahlung einer angemessenen Summe gelöst werden könnte."
Wenn der Bischof heute aus dem Fenster seines Arbeitsraums blickt, sieht er statt der Handelsstraße ein beachtlichen Baugerüst, in dessen Innerem ein großer Kirchenbau emporwächst, dessen spätere Pracht man bereits erahnen kann.
Seit Jahren bereits hat er Kollekte um Kollekte, Sonderabgabe um Sonderabgabe für einen solchen Bau erhoben ... doch immer wieder sah er sich gezwungen, der Gemeinde mitzuteilen, dass die Kosten zum einen doch höher als zunächst geschätzt seien, zum anderen ohnehin alle bisherigen Einnahmen durch die Verwaltungsgebühren für das Einkassieren bereits verbraucht.
Und jetzt kommt diese fremde Person, diese Judith, nicht einmal eine geborene Catanerin, wie man munkelt, daher, reformiert die Verwaltung der Gemeidekasse und fängt mir nichts, dir nichts damit an, tatsächlich eine Kirche zu bauen!
Aufmunterung bietet dem Bischof aber immer wieder der Rückzug in die nur ihm zugänglichen Gewölbe tief unter seinem Bischofssitz, in denen er die Ergebnisse seiner langjährigen Mühen in Gestalt von Münzen, Barren und Gerätschaften aus Gold greifbar vor sich sieht.
Dann ist ihm ein Hochgenuss, wie ein Seehund hineinzuspringen! … Und wie ein Maulwurf darin herumzuwühlen! … Und es in die Luft zu schmeißen, dass es ihm auf die Mitra prasselt! _________________ ENCYCLOPÆDIA CATANICA: Die Regeln der Siedler von Catan |
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Peter Gustav Bartschat Encyclopaedia Catanica


Anmeldedatum: 06.05.2001 Beiträge: 2891 Wohnort: Augsburg
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Verfasst am: Sa 12 Nov, 2011 Titel: |
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Der Missionar
Nördlich vom küstennahen, blühenden Elasund, mehrere Tagesreisen entlang der 'Langen Handelsstraße', liegt eine Gegend, in der die meisten Menschen noch dem alten Glauben an die Götterfamilien der Asen und Vanen anhängen. Die größte Ortschaft im Norden - von einer Stadt kann man (zumindest nach Auffassung der Elasunder) kaum sprechen - ist Odinsborn.
Fast könnte man das Gefühl haben, eine Reise in die Vergangenheit zu machen, wenn man die catanische Hauptinsel von Süden nach Norden durchquert: Die Häuser sind dort überwiegend noch aus einfachen Holzbalken, die Menschen tragen eine grobe skandinavische Tracht, und ihrer Sprache fehlen all die kontinentalen Fremdwörter wie 'Dukatenrettungsschirm' und 'Zunftverseucht', die die Gespräche der elasunder Kaufleute so mondän erscheinen lassen.
Natürlich widerstrebt es dem catanischen Gewissen, die Menschen in Norden ihrem Schicksal zu überlassen, und so machen sich bald, vom Bischof beauftragt und von Judith geschult, Missionare auf den Weg ins Odinsborner Land, um dort zunächst für das Nötigste zu sorgen: Den rechten Glauben.
Schon lange arbeiten Austin und Sebastian als Team im Dienste der Kirche, und so ist es kein Wunder, dass sie auch hier wieder gemeinsam bereit sind, die schwere und doch so wichtige Aufgabe der Bekehrung zu übernehmen.
Zunächst begegnen die einfachen Menschen des Nordens den Besuchern aus dem wohlhabenden Süden und ihren Lehren mit deutlichem Misstrauen. Nicht nur, dass ihnen die Ankündigung, nach ihrem Tod auf Ewigkeit "Hosianna!" singen zu dürfen, weniger attraktiv erscheint als ihr eigener Glaube, der immerhin ewige Zechgelage, Raufereien und die Gesellschaft üppiger Walküren in Aussicht stellt. Es ist auch die seltsam erscheinenen Angewohnheit der unverheirateten Missionare, ganz nahe an die muskulösen Nordmänner heranzutreten, sie zu berühren und mit sanfter Stimme auf sie einzusprechen.
Dennoch kann die Mission deutliche Erfolge verbuchen, die vermutlich weniger der verbreiteten Lehre geschuldet sind, als einem Willkommensgeschenk, das jeder neu Getaufte erhält: Ein langes Gewand aus hellem, weißen Leinen. Nur Wenige könnten sich dieses Statussymbol aus ihren eigenen Mitteln leisten, aber nachdem die Gewänder einmal in Mode gekommen sind, mag auch niemand schlechter dastehen als seine Nachbarn.
So entwickelt sich fast eine 'Taufindustrie', und wenn Austin und Sebastian abends endlich Ruhe finden vom Wasser-über-den-Kopf-gießen und Konfektionsgröße-schätzen bei ihren zahlreichen Besuchern, dann wissen sie, was sie getan haben, und hoffen, dass es ihnen im Himmel einst gelohnt wird - den für angemessenes Lohnen sind weder der Bischof noch Judith bekannt.
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Und woher stammen all diese begehrten weißen Gewänder?
Der catanische Tuch-Handelsherr hat rechtzeitig den neuen Trend erkannt und dem Bischof ein attraktives Angebot gemacht: Er lässt die weißen Gewänder in großen Manufakturen im Billiglohnland Odinsborn fertigen, senkt die Herstellungskosten nochmals, indem er zur Arbeit nur Frauen und Kinder einsetzt, und die Bezahlung erfolgt letztlich aus dem Kirchenzehnt, der bei so vielen neuen Gläubigen reichlich fließen wird.
Modernste Management-Methoden stellen zudem die Effektivität der Manufakturen sicher: Jede Arbeitsgruppe untersteht einer Aufseherin, die die Leistung kontrolliert, dokumentiert, und bei der Lohnauszahlung Boni und Mali in Anrechnung bringt. So modern ist man hier bereits, dass wie später im 21. Jahrhundert die Leistungsbeurteilung der Mitarbeiter ausschließlich Fehler aufführt, die Lohnkürzungen rechtfertigen.
So sind die Odinsborner zu Opfern einer frühen Form der Globalisierung geworden: Sie gleiten immer tiefer in die Abhängigkeit von ihren Arbeitgebern, den Handelsherren, und wirken gleichzeitig mit an der Vernichtung ihrer eigenen Kultur.
Tragisch, irgendwie. Aber genug davon, sonst wird gleich wieder nach Mindestlohn geschrien, oder es bildet sich gar eine 'Occupie Elasund'-Bewegung. _________________ ENCYCLOPÆDIA CATANICA: Die Regeln der Siedler von Catan |
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Verfasst am: So 20 Nov, 2011 Titel: |
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Das Wirtshaus Zur Roten Laterne
Im Laufe der Jahre hat der Transportverkehr von Rohstoffen und Waren zwischen dem wirtschaftlich starken Süden und dem ärmeren, agrarisch ausgerichteten Norden immer weiter zugenommen.
Die 'Lange Handelsstraße' zwischen den beiden Städten Elasund und Odinsborn ist tagsüber jetzt schon deutlich belebter, als man es denken würde, wenn man nichts als die alten Abbildungen kennt, die noch in der Zeit der ersten Cataner angefertigt wurden. Manches Gehöft musste inzwischen dem modernen zweispurigen Ausbau der Handelsstraße weichen, und einige verlassene Scheunen stehen einsam und von den Reisenden weitgehend unbeachtet am Straßenrand.
Eine der alten Scheunen ist allerdings in jünster Zeit ausgebessert worden, und eine neue, rot lackierte Laterne hat die üblichen gelben Laternen ersetzt, die sonst typisch für die catanischen Hauseingänge sind.
Hier hat Freya Freyastochter, der wir in der Vergangenheit bereits mehrfach mit ihren Angeboten auf den catanischen Märkten begegnet waren, ihren Traum von einem eigenen, festen Etablissement endlich wahr gemacht: Sie hat zusammen mit ihren Mitarbeiterinnen die alte Scheune instandgesetzt, geschmackvoll möbliert und darin das 'Wirtshaus Zur Roten Laterne' eröffnet, in dem sie Dienstleistungen für einsame Reisende anbietet.
Über Tag geht es recht ruhig zu in diesem Wirtshaus; es macht sogar den Eindruck, dass die Öffnungzeiten hier erst sehr spät beginnen.
Nach Einbruch der Dunkelheit aber, wenn der Warenverkehr auf der Straße wegen der schlechten Sichtverhältnisse deutlich nachgelassen hat, hält so mancher einsame Reisende bei dem heimeligen, einladenden Lichtschimmer der Laterne und dem gedämpften Licht, das aus einigen Räumen fällt, gern einmal an.
Freya Freyastochter lässt es sich nicht nehmen, jeden Rastenden persönlich - ganz nach dessen Geschmack - mit einem Krug Bier oder einem Kelch Wein willkommen zu heißen und geschäftstüchtig darauf hinzweisen, dass ein Freigetränk im Service inbegriffen ist.
Erst in den frühen Morgenstunden machen sich die Reisenden wieder auf den Weg; eigentlich ist es etwas erstaunlich, dass die meisten von ihnen dann wieder in die Richtung zurückkehren, aus der sie gekommen sind, statt ihren Weg fortzusetzen.
Wir hatten bisher noch keine Gelegenheit, aus eigener Erfahrung festzustellen, welche Angebote genau es in diesem Wirtshaus gibt. Allerdings wird an den Stammtischen in Elasund wie in Odinsborn insbesondere der kundenorientierte Service des Wirtshauses stets in den höchsten Tönen gelobt.
Wir hoffen, auf unserer nächsten Reise selbst die Zeit für einen Besuch erübrigen zu können, um unseren geschätzen Lesern dann mehr zu berichten. _________________ ENCYCLOPÆDIA CATANICA: Die Regeln der Siedler von Catan |
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Peter Gustav Bartschat Encyclopaedia Catanica


Anmeldedatum: 06.05.2001 Beiträge: 2891 Wohnort: Augsburg
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Verfasst am: So 04 Dez, 2011 Titel: |
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Bran, der Streiter des Tempels
Sicherlich wären die Christen in Elasund und die Asatru in Odinsborn die Letzen, die uns zustimmen würden, aber dem Außenstehenden fällt es fast sofort auf: Ungeachtet der Glaubensdifferenzen, ungeachtet der Unterschiede in der ökonomischen Stärke, ähneln sich die Menschen und die sozialen Strukturen in beiden Orten doch merklich.
Wie sich in Elasund Judith als Gemeindevorsteherin eine mindestens so bedeutende Position erstritten hat wie der Bischof, so hat es der lebenserfahrene und kampferprobte Held Bran in Odinsborn geschafft.
Ursprünglich hatte man ihm nur - mehr der Form und der Ehre halber als in ernsthafter Absicht, er möge dort tätig werden - den Titel eines Streiters für den Tempel verliehen. Aber mancher Odinsborner - und die zahlreiche Priesterschaft der zahlreichen Götter nicht zuletzt - musste schließlich feststellen, dass Bran seine Aufgabe ernst nahm. Immer wieder ermahnte er die Priester recht nachdrücklich, nicht aus den Augen zu verlieren, dass sie nur als Vermittler zwischen den Wünschen der Menschen und den Forderungen der Götter eine Existenzberechtigung hatten.
Inzwischen allerdings spürt Bran, dessen Haar bereits von grauen Strähnen durchzogen ist, wie sehr gerade die Auseinandersetzungen mit der selbstsüchtigen Priesterschaft an seinen Kräften zehrt.
Heute steht wieder einmal ein Schaf-Opfer an, und Bran hat es sich zur Aufgabe gemacht, dabei stets das Symbol der angesprochenen Gottes deutlich zur Schau zu stellen. Nicht, dass es noch zu einer Fehlzustellung des Opfers kommt und letztlich Gebete erhört werden, die gar nicht gesprochen worden sind.
So steht er bereits am frühen Morgen in der Nähe der Opferstätte und hält den geheiligten Stierkopf des Gottes ... äh ... hm ... und da fängt der Ärger auch schon an: Im Alter hat Bran immer wieder Probleme, in der Menge der Götter all die Namen, Zuständigkeiten und Heiligen Zeichen richtig zuzuordnen.
An solchen Tagen ertappt er sich manchmal dabei, wie sein Blick mit einem Anflug von Neid Richtung Süden, nach Elasund, wandert, und er sich denkt, dass Judith es dort doch wesentlich einfacher hat, wo es nur einen Gott gibt, der zudem nicht einmal einen Namen hat. _________________ ENCYCLOPÆDIA CATANICA: Die Regeln der Siedler von Catan |
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Anmeldedatum: 06.05.2001 Beiträge: 2891 Wohnort: Augsburg
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Verfasst am: Fr 09 Dez, 2011 Titel: |
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Der Priester Odins
Odin, der Allvater, ist der Oberste der Götter in Asgard.
Und der Priester Odins ist in Midgard, in unserer von Menschen bewohnten Welt, natürlich auch ... jemand, der gern der Oberste wäre.
Odin ist der große Seher unter den Göttern.
Dem angemessen ist es nur, wenn der Priester Odins seine Gemeinde damit beeindruckt, dass er kraft der ihm von Odin verliehenen Macht aus geworfenen Runensteinen zukünftige Ereignisse vorhersagt, auf die sich die Cataner dann vorbereiten können. Besonders am Tag der Wintersonnenwende ist die Anteilnahme der Bevölkerung groß, wenn der Priester den letzten Runenwurf des alten Jahres vollzieht, um aus der Lage der Steine die wichtigsten Ereignisse des kommenden Jahres herauszulesen.
In letzter Zeit werden allerdings mehr und mehr skeptische Stimmen laut, die darauf hinweisen, dass man für die jährliche Vorhersage von Ereignissen wie schlechtem Wetter, Ehestreit, Schädelbrummen und Steuererhöhung weder Runensteine noch von Odin verliehene Macht benötigt. _________________ ENCYCLOPÆDIA CATANICA: Die Regeln der Siedler von Catan |
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Verfasst am: Fr 16 Dez, 2011 Titel: |
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Die Opferstätte
Wenn die Zeiten hart sind und keine Hilfe in Sicht, ist es um so wichtiger, sich mit Höheren Mächten gut zu stellen. Daher haben die Einwohner von Odinsborn auf einer freien Fläche am Stadtrand die neue Opferstätte errichten lassen, deren architektonisches Konzept ähnlich wie der Tempel an die lange Fahrt von Skandinavien über den Ozean bis zur neuen Heimat auf dem catanischen Archipel erinnert.
Zudem war die Konstruktion kostengünstig umzusetzen, nachdem das Wrack der 'Unsinkbar' erst einmal bei einem Orkan an Land gespült worden war.
Das bisher bestehende Risiko, durch einen winzigen formalen Fehler bei der häuslichen Opferung unwissentlich einen Gott zu beleidigen, kann man jetzt vermeiden, indem man an zentraler Stelle ein opfertaugliches Tier aus Brans Herde erwirbt (Gesunde und den Göttern wohlgefällige Schafe aus Bodenhaltung) und von einem erfahrenen Priester sachkundig vorbereiten und auf dem Opferstein schlachten lässt.
Im Augenblick wird gerade ein Opfer im Auftrag von Gudrun, der Seefahrerin - in bestimmten Kreisen auch 'Schrecken der Meere' genannt - mit der Bitte um ruhige See, günstige Winde und schwach bewaffnete Handelsschiffe vollzogen.
Wie häufig haben sich auch heute neben den unmittelbar Beteiligten einige Passanten eingefunden, die das Opfer mit angemessener Frömmigkeit verfolgen.
Die Teilnahme an der Opferung eines Schafs gilt auf Catan nämlich als ein gutes Omen für Gesundheit, Glück und langes Leben für alle Anwesenden. Außer für das Schaf, natürlich. _________________ ENCYCLOPÆDIA CATANICA: Die Regeln der Siedler von Catan |
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Verfasst am: Fr 23 Dez, 2011 Titel: |
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Die Nornenpriesterin
Im Glauben der Asatru sind die drei Nornen Urd, Verdandi und Skuld verantwortlich für Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Obwohl selbst keine Götter, sondern Nachfahrinnen aus Beziehungen zwischen Göttern und Alben, besitzen sie doch, da sie den 'Schicksalsfaden' jedes Lebewesens weben, eine Macht, der sich auch die Götter beugen müssen.
Die drei Nornen leben am Fuße der Esche Yggdrasil beim Brunnen Urdaborn, einem von drei Brunnen, die sich um Yggdrasil gruppieren, und von denen jeder eine Urkraft symbolisiert; im Falle von Urdaborn das unentrinnbare Schicksal.
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In der Nähe einer alten Esche, die oben auf einem Hügel in der Nähe der Küste wuchs, hatte die Gemeinde der Asatru einen Brunnen gegraben, um die schicksalsbestimmenden Nornen gnädig zu stimmen. Eine Priesterin lebte draußen bei der Esche, wand den Nornen Blumenkränze und sang ihnen bei Sonnenauf- und -untergang Lieder vor, die ihre Laune heben und die Schicksalsfäden etwas haltbarer und - wenn möglich - von gefälligerer Farbgebung machen sollten.
Sei es, dass die Nornen ziemlich pingelig waren, sei es, dass die gealterte Priesterschaft gerade eine Phase allgemeiner Wurstigkeit durchgemacht hatte: Auf jeden Fall war bei Einsetzung des Amtes der Nornenpriesterin verfügt worden, dass nur eine Jungrau dieses Amt bekleiden durfte.
Nun lag der Nornenbrunnen ein ordentliches Stück Wegs von der nächsten Ansiedlung entfernt, und die Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung waren für die einsame Priesterin recht eingeschränkt. Viel mehr Abwechslung als hin und wieder der Besuch eines stattlichen Helden oder eines attraktiven fahrenden Scholaren, die den Nornen ein Opfer für gutes Gelingen ihrer Vorhaben bringen wollten, gab es dort nicht.
Zu ihrem deutlichen Missvergnügen musste die Gemeinde rasch feststellen, dass das Beharren auf Jungräulichkeit zu einer hohen Fluktuation bei der Stellenbesetzung führte, die den Nornen vermutlich auch wieder nicht recht war.
So wurde die Anforderung für das Amt der Nornenpriesterin schon nach ein paar Monaten auf 'unverheiratet' reduziert, um sich letztlich bei 'sollte möglichst einmal pro Woche die Unterwäsche wechseln' einzupendeln. _________________ ENCYCLOPÆDIA CATANICA: Die Regeln der Siedler von Catan |
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Peter Gustav Bartschat Encyclopaedia Catanica


Anmeldedatum: 06.05.2001 Beiträge: 2891 Wohnort: Augsburg
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Verfasst am: So 25 Dez, 2011 Titel: |
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Aufbruch der Geschenkartikelhändler
Die 'Pimp My Fürsten von Catan'-Redaktion wünscht allen Catanerinnen und Catanern ein frohes Weihnachtsfest! _________________ ENCYCLOPÆDIA CATANICA: Die Regeln der Siedler von Catan |
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