Q. Prof. Easy

Der Lebenslauf des Professor Easy

Nachname: Easy
Vorname: unbekannt
Akademischer Grad: Professor
Jahr der Geburt: 1999

Die Siedler von Catan waren 1999 – vier Jahre nach ihrer Geburt – schon weit über den Kreis von Hobby- und Gelegenheitsspielern hinaus verbreitet. Mancher Haushalt, der bisher höchstens Mensch ärgere dich nicht und Mühle in seinen Wänden beherbergt hatte, besaß inzwischen als Zweit- oder Drittspiel die Siedler von Catan.

Nun haben die meisten Menschen Spiele wie Mensch ärgere dich nicht nur selten durch Studium des Regelheftes gelernt, sondern sie von Eltern, Onkeln, Tanten oder älteren Geschwistern beigebracht bekommen – was die zahlreichen widersprüchlichen Regeln, die sich dafür im Umlauf befinden, erklärt – aber das ist eine ganz andere Geschichte.

So mancher, der kein "gelernter Regelleser" war, fand trotz des preisgekrönten Regelkonzepts von Reiner Müller nur schwer Zugang zu den Siedlern von Catan, weil die ältere Generation, die auch im Atomzeitalter nach bewährter steinzeitlicher Tradition ihr Wissen mündlich an die Nachfahren weitergab, bei den Siedlern noch nicht existierte.

Im Herbst 1999 entwarf Klaus Teuber daher eine alternative Spielregel, die das Fehlen dieser Generation wettmachen sollte: Statt einer systematischen Darstellung der Regel ließ er einen Erzähler auftauchen, der gemeinsam mit dem Leser einigen Spielern über die Schulter schaute, die ein Spiel spielen, in dem die wichtigsten Regeln zur Anwendung kamen.

Klaus Teuber bat Franz Vohwinkel um den Entwurf einer Figur, die Kompetenz ausstrahlte und Vertrauen einflößte, so dass die Leser ihren Erklärungen Glauben schenken würden. Franz Vohwinkel schuf eine Professor Easy-Figur, deren Aussehen sich an Axel Meffert, dem Geschäftsführer des Kosmos-Verlag, orientierte:


Nur ihre Mutter kann sie auseinanderhalten:
Axel Meffert und Professor Easy

Das erste Professor Easy-Heft wurde dem Basis-Brettspiel ab 2000 zusätzlich zur üblichen Spielanleitung beigelegt. Es war nicht gedacht, die eigentliche Spielanleitung zu ersetzen, sondern nur, die „Schwellenangst“ von Spielern, die im Regel-Lesen weniger geübt waren, überwinden zu helfen.


Das erste öffentliche Auf-
treten von Professor Easy

Dennoch hatte die Anwesenheit des Professors Auswirkungen auf die Spielanleitung: Kosmos änderte die bisherige Form - ein Enführungs-Blatt und zusätzlich den Siedler-Almanach - und druckte eine neue Regel im DIN-A4 Format, die günstiger herzustellen war.

Das Professor-Easy-Konzept kam bei neuen Spielern gut an und mancher wünschte sich, auch andere Spiele genau so "easy" lernen zu können. Daher schrieb Klaus Teuber drei weitere Einführungshefte mit dem beliebten Professor: DIE Neuen Entdecker, Gnadenlos und Sternenschiff Catan.

*

Ende April 2002 ging Klaus Teubers Homepage online und bot – neben Angaben zu seinem Lebenslauf und seinen Spielen – neue, interaktive Varianten von Professor Easy, der zunächst in Die Siedler von Catan einführte, und kurz darauf auch in Barbarossa und die Rätselmeister.

Im Laufe der folgenden Jahre wurde die Anzahl der Spiele, die man sich dort von Professor Easy vorführen lassen konnte, ständig erweitert. Das war vor allem deswegen wichtig, weil der Herr Professor sozusagen von seine bisherigen Alma Mater emeritiert worden war: Aus Kostengründen hatte sich der Kosmos-Verlag nach der Produktion der oben genannten vier Professor-Easy-Anleitungen entschlossen, den Neuauflagen von Klaus Teubers Spielen keine Professor Easy-Einführungen mehr beizulegen. Statt dessen kehrte man bei den Siedlern von Catan wieder zur ursprünglichen Form der Spielanleitung mit Einführungs-Bogen und Almanach zurück.

Inzwischen ist Professor Easy zu einer festen Institution auf Klaus Teubers Hompage geworden und hält seine Vorlesungen auch in anderen Sprachen. Zum Beispiel

auf englisch: ->klick<-

auf niederländisch: -> klick <-

und in anderen Sprachen: -> klick <-

Die Texte seiner Vorlesungen werden immer noch von Klaus Teuber geschrieben, und sein virtuelles Leben haucht ihm Gero Zahn ein, der auch mehrere Spiele Klaus Teuber - z.B. MULTICATAN - als Browserspiele umgesetzt hat.

Dieser Artikel ist ein bearbeiteter Auszug aus: Peter Gustav Bartschat: Im Zeichen des Secksecks.

angehängte Dateien: Abb_086 MeffertAxel.jpg, Abb_087 Professor_Easy_Portrait.jpg, Abb_088 ProfessorEasy Heft SvC 2000_sm.jpg

Letzte Änderung des Artikels: 2007-01-03 17:08
Verfasser des Artikels: Peter Gustav Bartschat

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